Tight Pokerspiel

Tight Poker

EquityÜber das tighte Pokern

Die meisten von euch oder wahrscheinlich alle von euch, haben schonmal eine Chart gesehen, wo Starthände empfohlen warden, die Anfänger spielen sollen. Manche sind recht komplex, weil sie jede Position mit einbeziehen und auch die Aktionen anderer Spieler genau mit einbeziehen uvm.. Andere sind das genaue Gegenteil und einfach zu verstehen, aber eben nicht so detailiert. Die Chart aus dem Artikel Online Poker Guide ist von der ersteren Sorte. preflop concepts wurden ebenfalls diskutiert, speziell in Hinblick auf equity und implied odds. Aber dieser Artikel bezieht sich auf etwas anderes: Wieso empfiehlt man dem Anfänger dermaßen tight zu spielen?

Wenn du einen erfahrenen Pokerspieler nach der Top Ten der Starthände fragst, dann wirst du sicherlich soetwas hören.

  1. AA
  2. KK
  3. QQ
  4. AKs
  5. JJ
  6. TT
  7. AKo
  8. AQs
  9. 99
  10. AQo


Die exakte Reihenfolge dieser Hände mag diskutiert warden und einige Spieler werden 88 eher auf die Liste setzen als offsuited Broadway-Karten wie AQo oder JJ über Aks setzen. Aber was ist das primäre Kriterium für so eine Liste? Es ist die Equity. Wir schauen danach, welche Hände höchstwahrscheinlich gewinnen und AA ist dabei ganz oben auf der Liste, direkt gefolgt von KK. In einigen Charts wirst du aber folgendes beobachten: Aks wird über QQ gesetzt, oder zumindest über etwas wie TT und 99 gesetzt. Und ich habe auch noch nie eine Chart gesehen, die AKs unter 22 setzt. Wieso das komisch ist fragst du dich? Weil 22 ein Favorit gegenüber AKs ist. Kein großer Favorit, aber immernoch ein Favorit. Warum siehst dann die Liste wie folgt aus?

Dazu gibt es einige Faktoren. Eine ist das große Suitedconnectors wie AKs und AQs besser in einem multiway Pot sind, als 44 und meist gewinnen diese Hände größere Pots als kleine Pocketpairs (es sei denn man trifft damit ein Set). Wenn der Pot aber im Heads-Up ist und du im BB bist und der SB nur completet hat, mit welchen Händen sollst du dann raisen? Die obrige Liste liefer da sehr wahrscheinlich guten Rat. Trotzdem haben kleine Pocketpairs eine größere Chance zu gewinnen, es sei denn der SB hat ein größeres Pocketpair als man selbst. Wieso ist das so?

Das ist so, weil kleine und mittlere Pocketpairs sehr viel schwerer zu spielen sind, wenn der Flop bereits liegt; besonders, die viele Fehler verursachen, wenn man sie hält. Um dies zu verstehen, musst du die Fundamentale Theorie vom Pokern von Sklansky aus dem Buch Theory of Poker, welches behauptet, dass man Geld macht, wenn dein Gegner Fehler macht und deine Gegner Geld machen, wenn du Fehler machst. Ein „Fehler“ wird hier als Abweichung zwischen dem, wie du die Hand gespielt hast und dem wie du sie hättest Spielen könne, wenn du gewusst hättest, was dein Gegner hat, gesehen. Kleine Pocketpairs sind sehr leicht falsch zu spielen.

Angenommen du bist im BB und der SB completet. Du raist mit 44. Der Flop kommt und es liegt 9-8-J auf dem Board mit zwei Herzen. Der SB checkt.

  • Frage Nummer 1: Bettest du? Wüsstest du, dass dein Gegner den Flop verpasst hat, dann ja. Wenn du wüsstest, dass er ein Paar getroffen hat, dann nicht (es sei denn du wärst sicher, dass er ein kleineres Paar wegwirft, wenn du bettest). Du siehst, wieso man hier schnell einen Fehler machen kann. In einem von dre Fällen hat dein Gegner irgendeine Hand, mit der er was am Flop getroffen hat. In einem von drei Fällen wirst du also solch einen Fehler am Flop begehen. Und solche Fehler kosten wie gesagt Geld.

Aber du hast die Statistik zu deiner Seite und wir sagen du bettest nun. Dein Gegner checkraist!

  • Zweite Frage. Was jetzt? Dein Gegner könnte nun viele Hände halten. Er könnte denken, dass du lediglich eine Contibet mit einer Hand wie AK machst und er selbst etwas von den drei Flopkarten getroffen hat. Oder er will dich mit einem Semi-Bluff raisen, wo er z.B. einen Flushdraw hält. Oder er könnte betten, um herauszufinden, ob du den Pot ebenfalls verfehlt hast und dies mit absurden Händen wie 52s. Soetwas kannst du nicht wissen. Jetzt ist es extrem schwer keine Fehler zu machen.

Aber was ist, wenn er den Flop nur callt? Bettest du den Turn dann erneut? Du siehst wie schnell dies in einem Dilemma endet, wo es wahrscheinlich ist, Fehler zu begehen. Bezogen auf die „Fundamental Theorem“ verlierst du nun Geld. Aber dieser Artikel dient nicht dazu euch beizubringen, wie man mit marginalen Händen nach dem Flop spielen soll.

Ich habe mich hier auf kleine Pocketpairs bezogen. Mit einem einfachen Beispiel werde ich meinen Hauptpunkt vom Anfang des Artikels verdeutlichen. Das selbe funktioniert auch mit anderen schwachen Händen mit positiver Equity. Hände wie medium Suitedconnectors, Ax und noch schwächeren Händen. Wenn du all diese Hände perfekt spielen könntest, dann würdest du eine riesige Menge an Geld verdienen, aber du kannst es nicht. JT bei einem Flop wie K-T-7 zu spielen ist bereits schwer, wenn du geraised wirst. Du könntest trotzdem, dass du gegen ein Paar Könige weit hinten liegst callen, oder folden, obwohl du vorne liegst.

Darum ist es korrekt tight zu spielen. Wenn du Premiumhände spielst, fallen die Entscheidungen am Flop einfacher aus. Wenn du einfach Entscheidungen fällen musst, machst du weniger Fehler, was mehr Geld bedeutet. Natürlich gibt es da auch eine zweite Seite der Medaille. Wenn du eine Hand wie QJ preflop foldest, könntest du die beste Hand halten. Möglicher Weise hat QJ die beste Equity von den Händen, die ausgeteilt wurden und dann hast du einen Fehler gemacht und dich selbst, um etwas Geld gebracht.

Aber – und das ist der Kern dieses Artikels – das was ich zeigen wollte ist, dass den Fehler den du machst, wenn du preflop eine nicht-Premiumhand foldest klein ist verglichen zu dem Fehler, den du machst, wenn du diese Hand Postflop spielst und Fehler machst. Viele der guten, aber nicht hervorragenden Händen sind nur zu ein paar Punkten favoriten und man kann mit ihnen nur einige Cent verdienen. Aber die beste Hand am Flop zu folden kann schlimmer sein, als mir der schlechtesten Hand zu callen. Tight zu spielen bedeutet daher, dass wir weniger Fehler, also mehr Geld machen.

Marginale Hände gut zu spielen, ist das Kapital eine Pokerexperten. Aber auch Experten machen mit solchen Händen Fehler, jedoch können sie einige Hände mehr spielen, weil oft genug die richtigen Entscheiungen treffen, um mit solchen Händen zu profitieren. Aber den Profit, den sie mit den marginalen Händen machen ist genau das; Marginal. Sie machen zwar Geld damit, aber lange nicht soviel Geld wie mit den Premiumhänden und das ist bei allen Pokerspielern so. Mit diesem Wissen können wir einfach feststellen, dass es gewinnbringend ist, wenn wir tight spielen und auf Premiumhände warten (solange du Gegner hast, die nicht eben alle das Selbe machen).

Zusammenfassung

Am Ende fühle ich mich verpflichtet, folgendes zu sagen: Wenn dein Gegner stärker wird, hast du nichtmehr den Luxus stets komfortabel zu spielen. Um ein konstant gewinnender Spieler zu sein, musst du mehr und mehr lernen, marginale Hände zu spielen. Der erste Schritt auf diesem Weg ist meist zu lernen, wie man mit AK auf einem ragged Board spielt. Danach gehts darum, mittlere Paare gegen zwei Spieler zu spielen, vielleicht, und dann... Du verstehst worum es geht. Aber um low-limit-Tische zu meistern, wo armseelige Spieler spielen, kannst du komfortabel spielen und dich zurücklehnen, während du Premiumhände spielst und weißt, kaum schweren Entscheidungen treffen zu müssen. Deshalb (und ich entschuldige mich dafür, dass zu wiederholen) bedeuten mehr schwere Entscheidungen mehr Fehler und weniger Geld.

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