Poker Potgrößen

Poker: Pot Size

Anmerkung: Wenn du keine Ahnung von Expected Value hast, dann lies zuerst diesen Artikel: Expected Value
Die Pot Size ins Visir nehmen

Betrachte die Pot SizeDies ist der vierte Artikel meiner Serie über fundamentale Pokerkonzepte.

Bislang habe ich über Expected Value, Odds und Position geredet. Die ersten drei werden nicht von jedem gut verstanden, aber die meisten haben eine Ahnung davon. Ein großer Fehler beim Poker ist allerdings, wenn Leute die Pot Size ignorieren.

Die Größe des Pots sollte mit einigen Ausnahmen ein Faktor sein, der dein Handeln beeinflusst. Das erfährt man auch imer Artikel über Pot Odds, da die Größe des Pot natürlich deine Pot Odds beeinflusst, wobei diese Pot Odds das Wichtigste sind, wenn es darum geht die EV zu bestimmen. Dann befindest du dich beim Kern des Pokerns, wenn du Entscheidungen triffst, wo du die höchste Expected Value (Erwartungswert) hast.

Dies sind die Hauptpunkte in Sachen Pot Size:

  • Bluffe nicht bei einem kleinen Pot
  • Wenn der Pot Groß wird, solltest du alles tun, um ihn zu gewinnen.
  • Kontrolliere die Potsize, um Fehler beim Gegner zu verursachen.

Bluffe nicht bei einem kleinen Pot

Sagen wir du befindest dich beim Limit Hold´em in einem Multiway-Pot. Im Pot sind mit dir nurnoch zwei Limper und du hast zwei Highcards. Auf dem Flop triffst du aber nichts und jemand checkt zu dir. Bettest du nun?

Ich würde sagen nein. Mit vier Leuten im Pot ist die Chance zu groß, dass jemand ein Paar hat. Wenn du aber versuchen möchtest zu bluffen, dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt dafür. Aber lasst uns sagen, dass du checkst. Dann solltest du am Turn besser Glück haben.

Der Turn kommt und du triffst nichts, dennoch checken alle zu dir.

Zu diesem Zeitpunkt befinden sich nur 4.5 Small-bets im Pot. Wenn du bettest und hoffst, dass alle folden, dann zahlst du 2 Small-Bets, um 4.5 zu gewinnen, jedoch riskierst du, dass du wieder gecallt wirst oder sogar gecheckraist wirst. Dies ist kein Move, um zu gewinnen, weil wir potentiell im Schnitt mehr verlieren, als wir hier gewinnen können, wenn wir nicht vorne liegen. Sagen wir du hast eine 20% Chance, dass du mit dem Bluff davon kommst (wobei 20% noch sehr großzügig ist). Wie groß muss der Pot nun sein, damit wir profitabel bluffen können?

Die EV-Kalkulation, wenn du bettest und den Flop verpasst ist wie folgt:
Man verliert in 4 von 5 Fällen 2 Small-Bets:
-2 * 4/5 = -1.6

Um Break-even zu sein, wenn du bettest brauchst du:
Pot size (x) Male 1 von fünf Malen muss 1.6 entsprechen oder größer sein.
x * 1/5 = +1.6 => (gibt) x = 1.6/(1/5) = 8 Small bets.

Wenn die Chance, dass ALLE deine Gegner folden warden 20% beträgt, muss der Pot immernoch 8 Small Bets betragen, damit du profitabel bleibst. Wenn du denkst, dass deine Chance zu gewinnen keliner ist, muss der Pot sogar noch größer sein.

Anmerkung: Die ist ein zweischneidiges Schwert. Wenn deine Gegner sich dem Pot gegenüber bewusst sind, sollten sie natürlich nicht folden, wenn noch eine Bet in den ohnehin großen Pot kommt. Sie bekommen also gute Odds.

Es last sich also generell sagen, dass man nicht in einen kleinen Pot hineinbluffen soll. Genau deswegen fällt es vielen Spielern schwer dies, zu tun. Folde auch, wenn du denkst, dass dein Gegner einen Semi-Bluff tätigt. Verwende deine Chips für den nächsten Kampf um den Pot, wenn der Pot immernoch klein ist.

Die großen Pots gewinnen

Scheint offensichtlich zu sein oder? Naja, es ist auch schön große Pots zu gewinnen, aber die Hauptidee dahinter ist, die Chancen große Pots zu gewinnen, zu maximieren. Lasst uns eine Szenarien dazu betrachten.

Folde nicht am River!

Ein verbreiteter Rat für Neulinge ist, nach Gründen zu suchen, seine eigene Hand aufzugeben. Das ist ein guter Rat – keine Frage – aber vergiss das, wenn der Pot groß ist. Bei einem großen Pot versucht man eine Entschuldigung zu finden, um in der Hand zu bleiben. Um eine Ahnung davon zu bekommen, brauchen wir ein Beispiel.

Angenommen du hast AK und bist am River mit nichts als Overcards. Der Pot beträgt beeindruckende 16 Big-Bets. Wie wir mit Nichts zum River gelangt sind, ist jetzt irrelevant, aber du bist eben an diesem Punkt. Sagen wir der Flop bot einen Straight- und einen Flushdraw, aber weder Turn noch River haben den Draw verfollständigen können. Dein Gegner hat die ganze Zeit gebettet und nur ihr beide sind noch übrig. Jetzt bettet er erneut am River. Solltest du jetzt folden?

Du hast Nichts. Ein mickriges 2er Paar schlägt dich. Aber vor dir liegen 16 Big-Bets, die deine sein könnten, wenn du nur eine Big-Bet callst. Du musst 94%ig sicher sein, dass dein Gegner nicht nur semi-blufft. Ich bin mir am Tisch aber selten dermaßen sicher.

Auf allen drei Straßen bluffen

Wenn DU andersherum derjenige bist, der den Semi-Bluff am Flop und am Turn gemacht hat und du hast einen cold caller, dann solltest du deine Waffen am River nicht niederlegen. Der andere könnte ebenfalls auf einem Draw sitzen. Natürlich könnte er auch gegen eine weitere Bet mit der schlechteren Hand folden und in dem Fall hättest du nichts bekommen und deswegen solltest du dazu neigen diesen dritten Schritt zu wagen, wenn deine Highcard nicht gerade ein Ass ist.

Angenommen du semibluffst am Flop und Turn, aber bist zu feige, um den River zu betten und checkst dann, um herauszufinden, dass du von Overcards geschlagen wurdest. Denke daran, dass du nicht jedes mal zu gewinnen brauchst, um profitabel zu spielen. Du musst nur ab und zu gewinnen (wie oft das ist, kommt eben auf den Pot an, aber wenn du den Erwartungswert (EV) kalkulieren kannst, kannst dus dir selbst ausrechnen).

Isoliere den potentiellen Bluffer

Lasst uns nochmal das erste Beispiel aufgreifen, wo du zwei Highcards hältst und annimmst, dass der andere seinen Draw bettet. Spulen wir das ganze zum Turn und du hast Leute hinter dir, die dir Ratschläge geben. Du solltest lieber raisen! Die Leute hinter dir callen eher keine 2

Big-Bets am Turn, wenn sie nur ein Pärchen halten. Du könntest sogar den eigentlichen Bettor zum folden bewegen. Durchs Raisen bekommst du sogar mehrere Möglichkeiten, den Pot zu gewinnen und wenn der Pot groß ist, dann willst du jede deiner Waffen nutzen. Die Idee dahinter ist, dass die anderen Spieler hinter dir gute, aber keine großartigen Hände halten und der Gegner zu deiner Rechten könnte bluffen. Deswegen könnte dich ein Raise mit der einen Hand, gegen die du spielst, isolieren.

Die Potsize kontrollieren

Dies ist eine Art bei low-Limits zu spielen, die sehr selten ist, was dich aber nicht davon abhalten sollte jeden davon abzuhalten, in die Hand einzusteigen, wenn es richtig ist. Es geht darum, der Spieler zu sein, der bestimmt, welche Odds die anderen Spieler bekommen und Draws profitabel oder eben nicht profitabel zu machen (je nachdem wie stark die eigene Hand ist). Es hängt aber auch viel von der Position ab. Du musst mehr oder weniger in late Position sein, um wirklich Nutzen daraus zu ziehen.

Zwei der häufigsten Szenarien, wo ich den Pot kontrolliere sind diese:

Mache deinen Move am Turn

Angenommen du hast AA und du raist Preflop bei zwei Limpern in late Position. Der BB und die Limper sehen den Flop, wo du kein Pärchen triffst, du aber einen Flushdraw hast. Alle checken – wirst du dann betten?

An diesem Punkt sind 8.5 Small-Bets im Pot. Wenn du bettest kriegt jeder mit einem Flushdraw Odds von 9,5:1 für einen 4:1 Draw und das würde ihren Call profitabel machen. Wenn du checkst, gibst du natürlich eine Karte umsonst frei und die anderen könnten ihren Draw treffen ohne etwas zu zahlen, was letztenendes ebenfalls schlecht ist. Wenn du checkst kriegst du aber einige Edges:

Ohne nochmehr zu riskieren must du herausfinden, ob der Turn den möglichen Flush herbeiführt.

  • Wenn keine Scarecard kommt, wirst du sicherlich eine Bet von einer schlechteren Hand herbeirufen (wie TopPair, wobei du Asse hast) oder sogar einen Bluff. Wenn keine weitere Flushkarte kommt, dann raise!!
  • Jemand, der einen Flushdraw HAT wird am Turn oft Semi-Bluffen und du kannst ihn dazu bringen, zu viel zu bezahlen, als das der Call profitable für ihn wird.

Wie immer musst du deine Entscheidungen bedenken und nicht auf einen Verdacht hin agieren. Wenn du den Flop bettest, dann überlege, warum du das machst. Solange du deinen eigenen Gründen glauben kannst, ist die Bet okay. Aber mit legitimen Händen zu betten oder raisen ist meist dazu da, um eine bessere Hand zum folden zu bewegen oder eine schlechte Hand zum callen zu bewegen. Eine bessere Hand als deine, wird den Flop natürlich nicht folden und eine schlechtere, die nicht die richtigen Odds für einen Call bekommt, wird nicht callen. Das einzige, wo du durch betten am flop profitierst, ist den Pot größer zu machen, wenn du ihn gewinnst. Poker ist ein Spiel, das von Situationen abhängt. Alle Reads auf deine Gegner beeinflussen deine Entscheidungen. So oder so ist checken keine Möglichkeit, die man verwerfen sollte, nur weil man glaubt man hätte die beste Hand.

Gebe toten Draws die Odds, um fortzufahren

In einer ähnlichen Situation wie oben war anstatt ein Overpair zu haben, ein Boat, wo es Gründe zum betten gibt. Wie gesagt, kann jeder Flushdraw noch gute Odds. Es gibt einen Fall, in dem man hier das Slowplay anwenden sollte, sodass jemand seine Hand trifft und betten wird, jedoch mit 8,5 Small-Bets im Pot. So wollen sie mit vielen Händen den Turn sehen. Also mit einer Hand zu betten, wo man keine Angst vor weiteren Karten haben muss, vergrößerst du die Pot Size vor dem Turn, sodass Draws noch denken, dass die bis zum River fortfahren sollten, auch wenn sie den Turn verfehlen und du nochmal bettest.

In solch einer Situation zu betten, ist ein Spiel, das natürlich nur der Anfänger machen würde. Du musst kein Experte sein, um mit den Nuts zu betten, aber bedenke, dass all die Einzelheiten eine Spiels wichtig sind.

Es gibt noch etwas dazu zu sagen, wenn man eine Monsterhand am Flop in late Position bettet, anstatt zu slowplayen. Die Leute denken eher, dass man seinen positionellen Vorteil nutzt, um zu stealraisen. Wenn du dann checkst, sind die Leute ängstlicher, als wenn du betten würdest. Slowplay und Trapping ist so verbreitet bei den niedrigen Limits, dass es die größte Täuschung darstellen würde, wenn du deine Hand ganz normal representierst.

Pot Size, Pot Size, Pot Size!

Wenn du das nächste mal überlegst, ob du callst oder foldest, dann schaue dir den Pot an und lass dies deine Entscheidung treffen. Big pot = call, small pot = fold. Ich glaube, dass du sehr überrascht sein wirst, welches Ergebnis zu dadurch erhältst.
Viel Glück!

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