Heads Up Pokerstrategie

Einführung ins Heads-Up-Poker

Heads-Up-Poker Heads-up no-limit texas holdem wird mit zwei Spielern gespielt, wobei der eine den Small-Blind zahlt und der andere den Big-Blind und das im Wechsel. Der Button zahlt den Small-Blind und wechselt mit den Blinds zwischen den Spielern hin und her. Der Button ist first to act Preflop und last to act Postflop. Andersherum agiert der Big-Blind Preflop zuletzt und Postflop zuerst. Das Heads-up-Spiel erfordert ernsthafte Anpassungenan mehrere, verschiedene Aspekte deines Spiels.

Aggression und Handselektion

Wenn ich Heads-up-Poker beschreiben müsste, würde ich sagen es ist “Aggression”, dannoch ist es letztendlich mehr als nur das.

Lasst uns einen Schritt zurück gehen und einen Blick auf den Fullring-Tisch mit 10 Spielern werfen. Die Blinds kamen alle 10 Hände zu dir und du konntest von deinem tight-aggressive Stil profitieren. Natürlich bemerken die anderen Spieler seinen super tighten Stil, sodass du auch ab und zu davon abweichen musst, doch in der Regel profitierst du davon, dass du einzig und allein die top 10 Hände spielst. Wenn du mit höchstens 6 Spielern spielst, wirst du öfter in den Blinds sein – alle 6 Hände – und daran musst du die Auswahl an Karten, die du spielst anpassen. Allein der tight-aggressive Stil reicht nichtmehr, da du die Premiumhände nicht mehr oft genug erhältst, um damit auchnoch genügen Profit zu schlagen, wenn du die Blinds nun viel öfter bezahlen musst als zuvor. Dazu kommt noch, dass du bei achtsamen Spielern davon ausgehen kannst, dass sie mitbekommen, dass du nur Premiumhände spielst und du wirst es schwer haben dein Geld mit diesen Händen zu verdienen. Man muss nun seine Auswahl an Starthänden erweitern. Wenn du nun zum Heads-up übergehst musst du sogar sogut wie jede Hand spielen, die du bekommst. Fast jede Hand ist es wert zumindest den Small-Blind zu bezahlen und somit solltest du die Auswahl deiner Hände quasi fahrlässig gestalten. Dazu kommt, dass man in den meisten Tourniersituationen wahrscheinlich mit einem Medium- oder Small-Stack spielt, was einen noch mehr unter Druck setzt. Du solltest dann nicht nur mehr limpen als zuvor, sondern auch mehr raisen, um den Gegner zusätzlich unter Druck zu setzen. Damit erhöhst du deine Chancen die Blinds und Antes an dich zu ziehen. Du solltest jedes Bild und jedes Paar raisen und mit allem anderen callen und mit Premiumhänden und mittleren Paaren reraisen. Dein Spiel solltest du allerdings Gelegentlich ändern, damit du nicht durchschaubar wirst. Ich empfehle, auch mal mit einer starken Hand zu limpen oder mit einer schwachen Hand zu raisen. Natürlich ist jede Hand einzigartig und die Regeln die ich hier empfehle sind nicht bei jeder Situation anwendbar. Wenn du von einem „Rock“ (also absolut tighten Spieler) geraised wirst, solltest du in Erwägung ziehen mit z.B. einer Hand wie 77 zu reraisen. Die Richtlinien, die ich hier darbiete sollen ein gutes Bild davon vermitteln, wie man gegen den durchschnitts Online-Spieler spielt. Wenn man nicht gerade einen hyper-aggressiven Spieler als Gegner hat (was nicht so selten vorkommt), hat man meist einen Gegner, der ein wenig zu tight ist und daraus sollte man seinen Vorteil ziehen.

Da meist keiner der Spieler im Heads-up zumindest ein Paar am Flop trifft, ist es besonders wichtig Postflop aggressiv zu sein. Mittlere und kleine Paare reichen meist aus, um eine Hand zu gewinnen. Jede Hand, die besser ist als Toppair sollte daher wie Gold behandelt werden, womit man dann versuchen sollte so viel Geld wie möglich in die Mitte zu bekommen. Preflop ändert sich die Value bestimmter Hände. Suited-Connectors oder kleine suited Hände die ideal zum limpen sind, da man auf viele Arten eine Hand treffen kann und somit gute Odds durch die Draws bekommt, verlieren hier an Value. Die Values der Hände sollten deine Entscheidungen nun imens beeinflussen und dabei sollte man eher außer acht lassen, ob die Hände nun suited sind oder nicht. Die Values von Paaren verbessert sich außerdem auch.

Ein tighter Spieler kann im Heads-up als schwacher Gegner gesehen werden. Ich kann es nicht genug betonen. Ein aggressives Spiel ist der Schlüssel zum Erfolg im Heads-Up. Sogar eine schwache Hand wie 32 offsuit sollte gelimpt werden, wenn dein Gegner es ständig unterlässt zu raisen, wenn du es tust.

Pot Odds

Wenn man sich die Pot-Odds ansieht, ist e simmer falsch hier den Smallblind Preflop zu folden. Natürlich spielt man Poker nicht ausschließlich strikt nach Pot-Odds und dieses Beispiel soll verdeutlichen, dass dies wahr ist, wenn dein gegner es ständig unterlässt zu raisen, wenn du vom Small-Blind heraus limpst. Als Beispiel schauen wir uns ein Beispiel aus einer Tourniersituation an.

Mit Blinds von $100/$200 und $25 Ante startet ein Pot mit $100 + $200 + $25 + $25 = $350.

Mit dir im Small-Blind und als Erster an der Reihe sind es $100, die man in einen $350 Pot investieren muss, was uns die Pot-Odds von 3,5:1 gibt. Diese Odds sind genug genug, um mit jeder Hand zu callen, auch wenn wir soetwas wie 32 halten, wie ich bereits sagte. Sogar in einem Tournier, wo man keine Antes zahlt hat man Odds von 3:1, was immernoch gut genug ist, um zu callen. Also ist es nach den Odds nie richtig im Heads-up Preflop zu folden. Aber so einfach ist Poker nicht. Solltest du bemerkt haben, dass dein Gegner dazu neigt zu stealen und du hast gesehen wie er mehrmals vom Big-Blind aus geraised hat nachdem du gelimpt hast, must du dein Spiel daran anpassen. Du kannst dann nichtmehr mit jeder Hand limpen und die schlechteren Hände wegwerfen. Du solltest dein Limpverhalten daran anpassen, wie aggressiv dein Gegner ist.

Reads

Reads auf deinen Gegner zu haben ist mehr wert im Heads-up, wenn du jede Hand gegen deinen gegner spielst. Solide Informationen wie „überbiete den Pot mit schwachen Händen“ oder „folde bei einem 4+BB Raise“ oder „biete den Pot, wenn mehrmals gecheckt wurde“ geben dir eine große Edge im Spiel, angenommen dein Spieler ist nicht ebenso aufmerksam.

Gib stets acht und passe dein Spiel stetig an, denn dein Gegner ist nie komplett unachtsam. Du solltest dein Spiel immer etwas abwandeln und dir dein vorheriges Verhalten zu Nutze machen und somit auch erkennbare Verhaltensweisen zu nichte machen. Sagen wir mal, man hat konstant aus dem Small-Blind geraist und du kannst davon ausgehen, dass dein Gegner dadurch gereizt wird und alles an seinen übrig gebliebenden Chips in die Mitte schieben wird. Oder angenommen du bist im Small-Blind und hältst AA. Jetzt ist es genau richtig, so zu raisen, wie du es zuvor immer getan hast und zu hoffen, dass der Gegner ein kleineres Paar hält oder soetwas wie KJ hat und sich damit gewachsen fühlt.

Position

Die Position sollte immer ein wichtiger Faktor sein, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen. Wenn du Position auf deinen Gegner hast, hast du den Vorteil, dass du siehst welchen Move er macht, bevor du agieren musst. Im Heads-Up ist der Bid-Blind während der ganzen Hand out of Position. Das gibt dem Small-Blind einen großen Vorteil. Wenn die Pot-Odds für den Small-Blind eher schlecht zum callen sind, ware es theoretisch immernoch korrekt zu limpen, weil man Position für den Rest der Hand hat und somit vorteilhaft den Nachteil des Gegners nutzen kann. Dies untergräbt die Pot-Odds quasi.

Dieser positionelle Vorteil für den Small-Blind und der Nachteil des Big-Blinds sollten auch eine Rolle dabei spielen wieviel du Preflop bietest. An einem vollen Tisch beträgt der normale Raise 3-5 mal den Big-Blind. Es befindet sich potentiell Dead Money im Pot von den Blinds und Antes und möglichen Limpern und somit muss dein Raise groß genug sein, um einem Caller gute Odds zu geben. Verbunden mit der Anzahl an Spielern und somit der Anzahl an Händen, die dich schlagen könnten, wenn du den Flop billig machst, solltest du eher mehr raisen, um den Pot zu isolieren oder sofort zu gewinnen. Dies wäre die beste Entscheidung. Im Head-Up gibts nur wenig Dead Money im Pot, den es sind ja nurnoch 2 Spieler da. Das ändert auch die Größe der Bets. In Strategiebüchern für Fortgeschrittene wird oft gesagt, dass es ideal ist aus dem Small-Blind heraus ca. 2-3fach den Big-Blind zu raisen, aber mit dem fahrlässigen Stil, den die Onlinespieler an den Tag legen, ändert sich dies. Ich empfehle den 2,5-4fachen Big-Blind zu raisen. Diese Größe des Raises wird deinem Gegner die Odds 2.33:1 geben. Man will ja nicht mit J9 im Small-Blind einen Miniraise (2facher BB) tätigen, denn das wird deine Gegner nicht aufhalten, egal welche Hand erhält. Mit diesem Hintergrund sollte der Raise aus dem BB ganz anders ausfallen. Wie bereits gesagt wirst du im BB den Nachteil haben, nicht in Position zu sein und du musst Preflop um einiges mehr raisen, um sicher zu gehen, dass man später keine so schweren Entscheidungen treffen muss. Du willst die Hand entweder Preflop beenden, oder es mit einer soliden Continuationbet am Flop erledigen, wenn dein Gegner Preflop callt. Ich rate dazu 3-5BB zusätzlich zum gesetzten Blind zu raisen. Ein solcher Raise gibt deinem gegner die Odds von 1.67:1. Gering genug, um deinen positionellen Nachteil zu tilgen und die schwachen Hände bei deinem Gegner zum folden zu bewegen. Doch auch hier ist jede Situation einzigartig und man muss seine Strategie anpassen. Der Gegner könnte immerhin auch eine Bet von dir in Höhe von 10BB cold callen.

Zusammenfassung

Gute Pokerspieler sind excellent in marginalen Situationen, welches es besonders häufig im Heads-up gibt. Es gibt da draußen zig Leute, die ihr Spiel im Head-up nicht im geringsten anpassen und deshalb gibt es dort potentiell tausende Möglichkeiten schnellen Profit zu erhalten, wenn man Heads-Up spielt. Um einen guten Gewinn zu machen sollte man zu etwas mehr als 50% ITM (in the Money) sein, denn je nach Seite muss man noch mehr oder weniger Rake zahlen. Das ist einfach zu erreichen, wenn du deine Karten richtig spielst.

Viel Glück!

Dieser Artikel wurde von ChuckTs geschrieben

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